Veröffentlicht in Alltägliches, Kleine Tipps

Wie man sich mit 360 Grad als Vollidiot outet…

„Ich habe mich um 180 Grad geändert…“
Alle kichern und es fallen Sprüche wie „Na, besser wäre ja 360 Grad gewesen, Du Genie“ und „Also ist er immer noch so ein Volltrottel….“.

Keine ausgedachte Szene, sondern eine lange Diskussion in den sozialen Netzwerken auf wenige Zeilen zusammengefasst. Und als Außenstehender dieser Unterhaltung saß man vor dem Display und schüttelte (…wie so oft) nur den Kopf.
Dabei ist mir allerdings auch aufgefallen, wie oft ich es schon hörte, dass Menschen die 180-Grad-Drehung meinten, aber immer von 360-Grad-Drehung sprachen. Und schon damals habe ich versucht, es irgendwie zu erklären. Allerdings erntete ich nur komische Blicke, weil ich die lästernde Gesprächsrunde unterbrach.
Was macht man, wenn man die entsprechenden Leute nicht mit Worten und Logik erreicht? Richtig! Buntstifte raus! Es wird gemalt!
Bringt jetzt aber nicht viel, weil mir mein Monitor heilig ist und ich die Kratzer bereuen würde. Also habe ich es in einem kleinen, hier nicht näher beschriebenen, Programm aufgemalt.
Und nein, liebe Klugscheißer an den Geräten, es war nicht Windows Paint, sondern Photoscape. Schön reingefallen…

redewendung um 180 grad gewendet

Fangen wir mal kurz von vorn an: was heißt es eigentlich, sich um 180 Grad zu drehen? Man ändert seine Meinung, sein Verhalten o.ä. radikal. Man nimmt einen entgegengesetzten Standpunkt ein. Man macht etwas ganz genau anders, als zuvor.

Wie Ihr auf dem Bild sehen könnt, ist dort links „voll doof“. Als Startpunkt wäre das der „0 Grad“-Punkt. Bis zu „voll gut“ sind es 180 Grad. Punkt.
Wer also vorher „voll doof“ war und nun „voll gut“ ist, hat sich um 180 Grad gedreht und nicht um 360 Grad.
Warum? Weil derjenige sich dann von „voll doof“ kurzfristig zu „voll gut“ und direkt wieder zu „voll doof“ bewegt hätte.
So gesehen könntet ihr, wenn jemand eigentlich immer doof ist, aber einen lichten Moment hatte, sagen: „DER hat sich um 360 Grad gedreht.“ Aber das auch nur in der Theorie, in der Praxis ist mir die Redewendung nicht bekannt. Obwohl das in Zusammenspiel mit der Geschwindigkeit echt viele Interpretationen … Aber lassen wir das.

Also, Zusammenfassung: wer früher voll doof war und jetzt voll gut ist, hat sich um 180 Grad gedreht. Und wer dann kichert, sich über die Aussage lustig macht und sie mit „das heißt 360 Grad!“ korrigiert, hat sich erfolgreich als Vollidiot geoutet – Glückwunsch dazu.

Achtet mal darauf. Bestimmt ergibt sich schon bald die Gelegenheit, jemanden zu gratulieren und direkt den Link zu diesem Beitrag anzufügen. Besonders wenn man darauf achtet, begegnet einem dieser unlogische Fehler noch häufiger….

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