Veröffentlicht in Alltägliches

#AfD gg. alle Anderen auf dem Dorf: Ein Erlebnisbericht

tnotizen„Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt.“. Neben Pipi Langstrumpf kenne ich das, um auf das Thema zu kommen, eigentlich nur von den AfD`lern.
Ihr wisst schon was ich meine. Das mit den völlig schrägen Postings und das sie nur zustande kamen, weil man auf der Maus ausgerutscht ist.
Aber scheinbar funktioniert das auch anders.

In einem kleinen Örtchen in Niedersachsen wollte die AfD sich in einem kleinen Tagungsraum einer Kneipe vorstellen (…darüber habe ich ja schon einmal geschrieben.). Nachdem das öffentlich wurde, bekamen die Betreiber ordentlich Gegenwind und wurden sogar telefonisch beschimpft.
Nachdem dieser Familien-Betrieb um seine Existenz fürchten musste und den Kunden absagte, gab es einen weit öffentlicheren Platz für die Veranstaltung, mitten im Ortskern und natürlich auch mit einer Gegendemonstration.
Genau genommen hat man sich damit einen Bärendienst erwiesen, denn hätte die AfD sich in einem Hinterzimmer der Kneipe vorgestellt, es hätte wohl kaum jemand mitbekommen.

Einen Tag nach der Veranstaltung gab es nun Streit darüber, wie viele Personen das jeweilige Lager denn wohl vor Ort hatte. Ein Radiosender wurde zitiert, der wohl von 270 Gegendemonstranten und 25 AfD´ler gesprochen haben soll. Und, je nachdem ob es sich um neutrale Beobachter oder eher links engagierte Bürger handelte, nahm man das auch für bare Münze.
Nun habe ich selbst die Veranstaltung besucht und wollte mir ein Bild davon machen, wie das ganze abläuft. Vor mir standen die Gegendemonstranten, etwas weiter und höher auf einem Hügel, die AfD`ler mit ihren Zuhörern.
Die stärkste Gruppierung vor Ort waren wohl die jungen Polizisten in ihren schlecht sitzenden Overalls, die sich u.a. mit einem Anwohner auseinandersetzen mussten, der Anzeige wegen Lärmbelästigung gegen den AfD`ler am Mikrofon stellen wollte. Die Trillerpfeifen der „Linken“ störten ihn aber wohl nicht beim TV schauen. Ein Bild der Lächerlichkeit tat sich auf und man wünschte sich, die Menschen würden endlich anfangen zu argumentieren, anstatt sich selbst bloßzustellen.
Wie dem auch sei. Auf meinem Bildmaterial zoomte ich ordentlich rein und konnte anfangen zu zählen. Ich kam auf etwa 50 Personen im AfD-Bereich und etwas unübersichtlicheren 70 Personen im Bereich der Gegendemonstranten.
Vielleicht hat man im Radio die vorbeifahrenden Autos mitgezählt, denn anders kann man wohl nicht auf 270 (!) kommen.
In anschließenden Gesprächen zwischen den Bürgern beruhigten sie sich: „Man konnte ja gar nichts hören, so laut haben sie gegen die Rechten gepfiffen…“.
In der Tat wurden bei den Gegendemonstranten Trillerpfeifen verteilt. Besonders gern auch an rumlaufenden Kindern, die endlich mal Krach machen durften, ohne das die Eltern schimpfen. Für einige Bürger war dies auch das eigentliche Highlight: „Oh, gib mal noch 2 mehr, für die Kleinen daheim….“. Und schon wühlten die Hände in der Tasche und man suchte sich die Gratis-Trillerpfeife selbst aus.
Nun standen die pfeifenden Demonstranten genau zwischen mir und den AfD-Rednern, aber trotzdem hätte ich, aufgrund der leistungsstarken Boxen, jedes Wort verstehen können, wenn ich denn die ganze Zeit zugehört hätte. Aber sei es drum…

Als die AfD`ler ihre Veranstaltung beendeten und eine gute Heimfahrt wünschten, gab es einen ordentlichen Schmunzler am Rande: die Linken skandierten „Haut ab! Haut ab!“.
Ja natürlich hauten die nun ab. Niemand von ihnen wollte noch im Park zelten oder sich für eine längere Zeit dort häuslich niederlassen.

Alles in allem war die Stimmung sehr friedlich, was bei einer Dorfdemo und einem Verhältnis von gefühlten 2:1 zur Polizei aber auch nicht sonderlich überraschend sein dürfte.
Was bleibt, sind einige Tatsachen:
– die AfD hätte nie so viel Aufmerksamkeit bekommen, hätten sie sich quasi „in geschlossener Gesellschaft“ im Hinterzimmer der Kneipe aufgehalten
– die Bürger dieses Dorfes (offiziell eine Kleinstadt) hatten größeres Interesse an den Gratis-Pfeifen, als an den Flyern der Linken
– mit den Teilnehmer-Zahlen geben sie an, wie früher nur die Halbstarken nach einer Kirmesprügelei. Damals haben sich einige auch mit zwei Leuten rumgeschubst und am nächsten Tag mindestens 20 total fertig gemacht.
– es wäre dem Staat um ein Vielfaches billiger gekommen, hätte man den Wirt nicht unter Druck gesetzt und die AfD damit selbst mitten ins Zentrum platziert.

Fazit? Regionale Politik ist auch nur so ein Schwanzvergleich unter Eunuchen.

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