Veröffentlicht in Aus den Nachrichten

Zur AfD-Wahl in Mecklenburg-Vorpommern

Nachdem die AfD bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern zur zweitstärksten Partei im Bundesland gewählt wurde, brach die erwartete Welle der Empörung los.
Ein Politiker der Grünen konnte mit Demokratie überhaupt nichts anfangen und twitterte, in Mecklenburg-Vorpommern hätte man wohl das dümmst besiedelte Bundesland.
Ja, Demokratie ist ja auch nur eine tolle Partie, wenn man selbst mit ihr ins Bett gehen kann. Haben andere Erfolg, dann ist sie eine Schlampe.

Und deswegen muss man wohl auch Argumente dafür finden, warum der AfD-Erfolg schlecht und kurzsichtig ist.
Man legte es schnell so aus, dass Mecklenburg-Vorpommern schließlich von der Tourismus-Branche abhängig sei und die AfD da eher eine gegenteilige Sprache spricht.
Ich sehe mich nicht als Verteidiger oder Sprecher der AfD und ihrer Wähler. Aber ich bin grundsätzlich dafür, dass alle Parteien miteinander in einem Dialog gehen und habe diesen naiven Traum von Politikern, die nicht von Egoismus und Machtgeilheit angetrieben werden, sondern das jeweils beste für den Wähler rausholen möchten. Ich weiß, das ist auch dumm.
Aber zurück zum Thema Tourismus. Ich denke es fällt uns allen einfacher zuzustimmen, wenn sich jemand zu Besuch anmeldet, als wenn dieser plötzlich vor der Tür steht und auf unbestimmte Zeit bei uns zur Untermiete wohnen will und gern auch noch ein wenig Taschengeld hätte. Wenn derjenige dann auch noch andere Menschen im Schlepptau hat und einige von denen weder ihren Namen noch ihre Herkunft nennen wollen, dafür aber den Sparstrumpf klauen und der Tochter an die Brüste fasst, dürfte auch der lauteste Bahnhofsklatscher Sorgenfalten bekommen.
Und genau das ist der Unterschied zwischen einem strengeren Asylgesetz und der unterstellten Abneigung gegenüber Touristen.

Der AfD-Erfolg in Mecklenburg-Vorpommern hat seinen Sinn. Er sollte den Politikern zeigen, dass ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung unzufrieden ist. Und wenn man so stur ist, dass man nur auf etwas reagiert, wenn es schmerzt, dann muss eine solche Ohrfeige eben sein.
Dieses Umdenken findet bei vielen Politikern ja auch schon statt. Die Forderungen nach einer besseren Regelung in Sachen Flüchtlingen, mehr innere Sicherheit, strengeren Auflagen für solche, die hier Hilfe erwarten, sind ja schon aus verschiedenen Parteien gestellt worden. In diesem Sinne unterstützt es diese Politiker in den verschiedenen Parteien im Kampf gegen die gefährliche Vorgehensweise, unkontrolliert alles ins Land zu lassen, was vor der Grenze steht. Und alles zu tolerieren, was die schwarzen Schafe machen, weil alles andere „fremdenfeindlich“ wäre.

Wirklich bedauerlich ist nur, dass es so weit kommen muss, bis man die Ängste – berechtigt oder nicht – der Bevölkerung ernst nimmt. Mit welchem Recht ignoriert man das? Mit welchem Recht verunglimpft man jeden als „Nazi“, wenn er nicht ohne etwas zu hinterfragen im kollektiven Jubel verfällt?
Bleibt zu hoffen, dass die AfD nur ein Mittel zum Zweck bleibt. Und nicht durch weitere Sturheiten noch größere Erfolge feiert.

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