Veröffentlicht in Aus den Nachrichten, Notizblog

Terror-Ihr Urteil: Meine Meinung

Auf 9:35 erscheint heute ein Artikel über das TV-Experiment der ARD „Terror – Ihr Urteil“.
Alle Informationen hierzu entnehmt bitte diesen Link, denn an dieser Stelle soll es nur um meine eigene Sicht der Dinge gehen. Quasi „mein Urteil“.

Noch kenne ich den Film „Terror – Ihr Urteil“ nicht. Und somit sind mir auch nicht alle Fakten bekannt. Deswegen ist es schwierig, sich bereits jetzt ein Urteil bilden zu können. Ich nehme deswegen nur die Fakten, die mir bisher bekannt sind:
– Terroristen haben ein Flugzeug mit 164 Insassen entführt
– sie steuern ein Fussballstadion mit etwa 70.000 Besuchern an
– der Pilot eines Kampfjets, der den ausdrücklichen Befehl hatte, NICHT zu schießen, handelt eigenmächtig und schießt das Flugzeug unmittelbar vor seinem Ziel ab.
– Die 164 Insassen kommen beim Absturz auf einem „Kartoffelacker“ ums Leben.
– Der Pilot muss sich vor Gericht wegen 164fachen Mordes verantworten…

Für einen Kampfjet-Piloten gelten andere Regeln. Er nahm eine besondere Ausbildung in Anspruch und ihm wurde eine todbringende Kampfmaschine anvertraut. Seine ganze Laufbahn zielt darauf ab, Befehlsempfänger zu sein.
Diese gefährliche Maschinerie macht so schon genug Fehler, die Menschen z.B. im Falle von „friendly Fire“ oder „Kollateralschäden“ den Tod bringen. Sollten die Piloten sich nun auch noch berufen fühlen, am Himmel eigenmächtig zu handeln, könnte es fatale Folgen haben.
Blindes Vertrauen ist wichtig. Auf der Seite des Piloten, der darauf vertrauen muss, dass es wirklich unbedingt notwendig ist, an Position XY eine Bombe abzuwerfen. Aber auch auf der Seite seiner Vorgesetzten, des Militärs allgemein und des Landes, unter dessen Flagge er seine Mission fliegt.
Wenn der ausdrückliche Befehl lautete, „NICHT zu schießen“, dann könnte dies unter Umständen Gründe haben. Der Pilot kann nicht auf dem gleichen Wissensstand sein, wie die Verantwortlichen am Boden. Das muss er auch gar nicht, denn in dieser Sekunde muss er sich als ausführendes Werkzeug verstehen. Genau für diesen Zweck wurde er ausgebildet und mit einem Kampfjet ausgestattet.
Aber auch für den Fall, dass es keine Gründe für das Abschußverbot gab, sondern lediglich Unentschlossenheit oder moralische Bedenken gab, darf ein Kampfjet-Pilot, eben als militärisches Werkzeug am Himmel, sich nicht über den Befehl hinwegsetzen.

Natürlich steht die Frage „darf man 164 Menschen töten, um 70.000 zu retten?“ im Raum. Und ja, das darf und sollte man auch tun. Vor allem vor dem Hintergrund, dass es in Wirklichkeit gar nicht um die 164 ODER die anderen 70.000 geht, sondern um die 164 PLUS 70.000. Ein Überleben der Insassen im Falle eines Fluges ins Stadion kann wohl ausgeschlossen werden.

Diese Fragen muss man allerdings differenziert betrachten. Der Abschuß wäre für mich moralisch vertretbar, wenn zu 100% keine Zweifel bestehen, was das Ziel ist und es auf keinem Fall anders abwendbar wäre.
Die Entscheidung muss allerdings vom Verantwortlichen getroffen werden. Diese Position nimmt der Kampfjet-Pilot in dieser Situation nicht ein.

Nun heißt es, ich solle „mein Urteil“ abgeben. Und sehr wahrscheinlich ist „mein Urteil“ in der Praxis nicht umsetzbar, aber das hier sind ja meine „Notizen“ und deswegen mache ich quasi die Regeln:
ich würde den Piloten schuldig sprechen, seine gesamte Haftzeit allerdings zur Bewährung aussprechen. Das wäre ein Kompromiss, dem dieser zwiegespaltene Sachverhalt gerecht werden würde.
Und gleichzeitig müsste man auch mal die Vorgesetzten zur Rechenschaft ziehen und hinterfragen, warum sie den Tod von 70.000 Menschen billigend in Kauf genommen hätten.

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