Veröffentlicht in Alltägliches, Aus den Nachrichten

Wer hat Schuld am Erfolg der AfD?

Drei Tage vor der Bundestagswahl ist die Frage schon allgegenwärtig. Aber spätestens ab Sonntagabend wird sie die Berichterstattung dann beherrschen:
wie konnte die AfD nur so erfolgreich werden?
Wenn man mal ganz sachlich und ehrlich ist, dann ist die Antwort so einfach zu finden.
Die etablierten Parteien, die Medien und diejenigen in der Gesellschaft, die nur noch zwischen „Gut“ und „Nazi“ unterschieden, tragen die Schuld.

Fakt ist, dass im Rahmen der Flüchtlingskrise alle einreisen durften, die an der Grenze standen. Neben Menschen, die um Leib und Leben fürchteten, kamen auch Kriminelle, IS Sympathisanten, Extremisten und solche, die einfach darauf aus waren, das deutsche Sozialsystem auszunutzen.

Wer es im Rahmen der „Refugees Welcome“-Hysterie wagte und auf dieses Problem versuchte aufmerksam zu machen, wurde von der Gesellschaft ausgegrenzt: NAZI!
Ohne Kompromisse. Gnadenlos.

Die Medien spielten hierbei mit. Anstelle von objektiver Berichterstattung wurde ganz bewusst Stimmung gemacht. Es gab kaum eine kritische Betrachtungsweise der Geschehnisse, aber dafür laufend Artikel mit Überschriften wie „Flüchtling hat Geld gefunden und es abgegeben“. In den sozialen Netzwerken antworteten Redaktionen bislang kaum auf Kommentare, doch plötzlich heizten die Online-Abteilungen die Stimmung an, indem sie versuchten Andersdenkende mit entsprechenden Antworten bloßzustellen.
Demagogie vom Feinsten.

Den Politikern an der Spitze gefiel das natürlich. Frei von jeglicher kritischen Berichterstattung konnten sie schalten und walten wie sie wollten. Und wenn man überlegt, wie oft Politiker Mist verzapfen, obwohl sie unter Beobachtung stehen, dann kann man sich ausmalen, was für ein wunderbares Leben es für sie nun sein musste.

Auch heute noch, wo einige Umstände durchaus schon realistischer betrachtet werden, herrscht noch die gleiche Stimmung: AfD-Wähler dämlich, Flüchtlinge alle gut, alles nur Einzelfälle, Deutsche vergewaltigen und morden auch, Merkel auspfeifen ist undemokratisch, AfD auspfeifen eine bürgerliche Pflicht.

Was macht also der Mensch, der in der Gesellschaft nur als „NAZI“ beschimpft wird und von den Medien vorgehalten bekommt, er wäre ja nur eine dämliche, braune Ratte, die doch gefälligst selbst verschwinden soll?
Er sucht sich woanders einen Ausweg. Und genau in dieser Situation kommt die AfD um die Ecke, öffnet sich für diesen Menschen und bietet einen Ausweg an: wir verstehen Eure Gedanken, wählt uns und wir sorgen dafür, dass das Problem gelöst wird.
Das die AfD personell gar nicht in der Lage ist, diese Probleme zu lösen, realisiert man in dieser Not nicht zwingend. Wie denn auch? Man wurde ja zuvor von der Öffentlichkeit und der Medienlandschaft in die Ecke gedrängt, steht mit dem Rücken zur Wand und muss irgendwas tun.

Also, wenn Ihr Euch fragt, warum die AfD wahrscheinlich als drittstärkste Kraft am Sonntag in den Bundestag einzieht, dann jammert uns nicht die Ohren darüber voll. Ihr habt alles dafür getan, damit es so kommt. Ja, IHR seid Schuld!

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Geschichten aus der Nachbarschaft: Nur keine Rücksicht

Springen wir direkt am Anfang mal in eine Situation…
Es ist etwa 19 Uhr am Freitagabend. Bei den Nachbarn klingelt es, Besuch steht vor der Tür. Die Tür wird geöffnet und im Treppenhaus begrüßt man sich schon relativ lautstark über etwa 1-2 Etagen.
Nun gut, die Freude ist halt groß, vielleicht hat man sich schon eine Weile nicht gesehen. Gar kein Problem.
Etwa 4 Stunden später, man saß zusammen, es war – wenn überhaupt – nur ein klein wenig Alkohol im Spiel. Man hat erzählt, getratscht, Geschichten ausgetauscht, zusammen gelacht und einen schönen Abend gehabt. Aber alles hat ein Ende und nun wird sich verabschiedet.

Wie genau die das machen, weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass sich irgendwann die Haustür öffnet und dann geht es mitten in der Nacht los:

– einige Zeit wird bei offener Haustür damit verbracht, noch ein paar Worte zu wechseln.
– beim Gang durch den Treppenhaus wird sich über 1-2 Etagen noch einmal für den Abend bedankt, evtl. noch jemand aufgefordert wahlweise langsamer oder schneller zu gehen. Alles in einer Lautstärke, bei der die ganze Nachbarschaft noch etwas davon hat: auch die auf der anderen Straßenseite.

– am Auto angekommen wird noch einmal was hoch zum Fenster gerufen. Die Türen werden auf, zu, auf und wieder zu gemacht. Und obwohl der neue Wagen es durchaus auch sanfter vertragen kann, ruhig mal so tun, als würde man einen russischen Panzer von 1960 fahren.
– im Auto darf dann natürlich das obligatorische HUPEN zum Abschied nicht fehlen. Sonst zählt es ja gar nicht als Besuch. So will es das Gesetz.

Kommt Ihr Vollidioten eigentlich noch ganz klar!?
Warum zum Geier benehmen sich Menschen jeglichen Alters, Generation und Gesellschaftsschicht eigentlich so, als wären sie die Einzigen auf diesem Planeten?
Als würde es nicht reichen, dass dieser lächerliche Schützenverein sich 1x im Jahr über 4-5 Tage so aufführt, als würden Gesetze gegen Ruhestörung nur ein Angebot sein. Da wird dann am Sonntagabend um 22.45 Uhr mal kurzerhand ein 30 minütiges Feuerwerk abgebrannt. Klar, als semiprofessioneller Alkoholiker im grünen Jackett hat man seinen Urlaub ja auch so ausgerichtet, dass es kein Problem ist.
Schützenfest, Straßenfest, Sportveranstaltung, Sommerfest, Tanz in den Mai, Tanz für irgendwas und Geburtstag von irgendeinem Dorfprominenten: es wird geballert was das Zeug hält.
Und wenn mal nichts anderes ist, dann benehmen sich eben die Nachbarn wie die letzten Höhlenmenschen: nach mir die Sinnflut – aber bitte leise, wenn man selbst gerade nicht bei der Tagesschau gestört werden will.
Ich selbst spreche im Treppenhaus grundsätzlich schon einmal recht leise. Wenn mein Gegenüber mich dann nicht versteht, gebe ich ein kurzes Zeichen und erkläre es vor der Haustür, wo es nicht so schallt, noch einmal.
Das liegt an so einer komischen Krankheit: Erziehung und Rücksichtnahme. Ist bereits am aussterben, diese Krankheit, aber ich bin noch voll infiziert. Kann ich nichts dran machen. Ich habe sie sogar an die nächste Generation weiter gegeben. Nur schade, dass die Nachbarn davon schon geheilt sind. Dieses Kruppzeug.

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Bitte denken Sie an die Umwelt, bevor…

Unter einem ellenlangen Disclaimer einer Email lese ich in grüner Schrift den Hinweis:
„Bitte denken Sie an die Umwelt, bevor Sie diese Email ausdrucken.“

Netter Hinweis. Nur kurz daran denken, aber dann kann es losgehen. Wenn man eh schon einen ganzen Roman unter einem 2-Zeiler als automatische Signatur setzt, dann könnte man vielleicht noch kurz erklären, WARUM man darüber nachdenken soll?
Klar, Papier, Druckerpatronen und nicht zuletzt auch noch die verwendete Energie, obwohl das wohl der kleinste Posten sein wird.
Aber wer erwartet denn in dieser Zeit noch, dass die Menschen selbst über so etwas nachdenken? Wäre dem so, müsste man ja gar nicht erst so einen Hinweis unter eine Email schreiben. Oder?