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NEU: WhatsApp jetzt auch ohne Kontaktliste

WhatsApp braucht man eigentlichen niemanden mehr zu erklären. Eine Chat-App für das Smartphone, die weltweit stark verbreitet ist. Und sogar in Deutschland hat sich WhatsApp so etabliert, dass es schon lange nicht mehr nur im privaten, sondern auch im beruflichen Alltag angekommen ist.

Das WhatsApp mal von Facebook übernommen wurde, geschenkt: eine solche App lebt von der Verbreitung und diesen Vorsprung kann WhatsApp kaum mehr genommen werden.

Jetzt sind die Macher aber auf eine neue Idee gekommen: man kann ein Bild oder Video als Status verschicken. Herzlich Willkommen zur überflüssigsten Funktion seit Microsofts „Netzwerkverbindung defekt: Online nach einer Lösung suchen“.

Aber egal. Muss man ja nicht nutzen. Und wenn man Glück hat, geht einem die Kontaktliste mit so einem Mist auch nicht auf die Nerven.
Oh Moment, Kontaktliste?

whatsapp kontaktliste fehlt

Tatattaaa: Überraschung! Für den Menüpunkt „Status“ wurde kurzerhand die Kontaktliste aus der Chat-App gestrichen.
Da sitzen in den Büros von WhatsApp tatsächlich ein Haufen studierter und sogenannter Genies, aber niemand kommt auf die Idee, dass die Kontaktliste für eine Chat-App irgendwie wichtig sein könnte?

Wie verschickt man jetzt eigentlich noch eine Nachricht an eine Person, mit der man sich nicht gerade aktuell in einem Chat befindet? Mit einem Klick auf das Nachrichten-Logo (1.) kommt man noch zur bekannten Kontaktliste. Noch. Vielleicht wird dieser Button aber auch noch einem 3. Menüpunkt zum Thema „Status“ geopfert. Es gibt mit der Kamera und dem Schriftzug ja auch erst zwei von dieser Sorte.

Und wer nun denkt, es wäre völlig egal, ob man auf eine Sprechblase oder auf den Schriftzug „Kontakte“ klickt, der hat scheinbar noch keine SMS oder einen Anruf mit der Bitte „schreib mich mal bei WhatsApp an, ich finde Dich da nicht“ bekommen.

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Freie Marktwirtschaft?

Als ich bei Google nach einer Klinik, die ich hier gar nicht weiter benennen will, suchte, fiel mir auch die Rezension eines Patienten auf.
Der schrieb sinngemäß: „Ich habe die Klinik nach 5 Stunden Wartezeit ohne Behandlung verlassen. Wären die in der freien Marktwirtschaft, könnten die mit so einer Leistung nach zwei Wochen schließen.“

Also erst einmal muss er dann wohl in der Ambulanz dieser Klinik gewesen sein. Die ist nämlich völlig überlaufen und die Ärzte kam mir tatsächlich auch nicht übermäßig kompetent vor.
Aber hier haben wir ja schon den ersten Faktor: trotzdem die Ambulanz überlaufen ist, sitzen dort Patienten über mehrere Stunden. Dabei könnten sie auch woanders hinfahren. Aber wahrscheinlich ist es vor allem die eigentliche „Station“ mit der Chefärztin, die hier den Ausschlag gibt, die Ambulanz zu überstehen.

Dorthin kommt man nämlich dann, wenn man wirklich Hilfe benötigt. Und dort erwartet den Patienten auch eine hohe Wartezeit, aber eben auch eine Behandlung, die deutschlandweit ziemlich begehrt sein muss.
Patienten aus Berlin, Aachen, Köln…Immer wieder begegneten einem Menschen aus den weit entferntesten Winkeln Deutschland. Und einige von denen haben selbst eine Fachklinik mit guten Ruf in ihrer Nähe, mit ähnlich langen Wartelisten für Operationen.

Freie Marktwirtschaft? Das würde bedeuten, dass man die Preise für die angebotene Leistung frei gestalten könnte. Und dann würde sich wahrscheinlich der Schreiber der Beschwerde wünschen, er könnte die hohe Rechnung gegen eine 5stündige Wartezeit eintauschen. Freie Marktwirtschaft bedeutet nämlich auch, dass der Preis von Angebot und Nachfrage bestimmt wird.
Aber wer denkt denn schon über so etwas nach, wenn man einfach mal schnell am Smartphone auf dicke Hose machen kann!?

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Reisende soll man nicht aufhalten

Eine Familie hat zwei Hunde. Der Dackel darf am Abend auf dem Sofa liegen, der Pudel darf es nicht. Und sollte er es doch wagen auf die Sitzmöbel zu springen, wird er in die Küche gesperrt und muss dort allein auf den kalten Fliesen liegen.

Eine andere Familie mit zwei Kindern hat auch eigene Regeln. Während das Zimmer des einen Kindes regelmäßig von der Mutter aufgeräumt wird und der Nachwuchs in der Zeit mit der Spielekonsole spielen darf, muss das andere Kind diese Aufgaben selbst erledigen. Versäumt es seine Pflichten, gibt es Computer-Verbot oder Hausarrest.

Unfair, oder?

Im Nachbarort gibt es ein kleines Gelände, welches sich im Besitz der Gemeinde befindet. Früher gab es dort kleine Messen, mittlerweile eigentlich nur noch die jährliche Kirmes.
In der angrenzenden Wohnsiedlung wohnt ein Kraftfahrer. Wenn er am Abend seinen LKW auf dem Gelände abstellen möchte, um an anderen Morgen nicht erst die 30 Kilometer lange Fahrt durch den Berufsverkehr auf sich nehmen zu müssen, hat das regelmäßig Konsequenzen.

Zur Zeit befinden sich auf dem Gelände mehrere Wohnwagen. „Reisende“ werden sie in der lokalen Presse genannt. Bilder belegen, dass diese Leute ihre Haufen mitten auf dem Platz hinterlassen, gebrauchtes Toilettenpapier und anderer Müll liegt herum. Die Bürger beklagen sich über nächtlichen Lärm und über Autorennen, die auf der anliegenden Straße veranstaltet werden.
Aber es sind nicht nur die Bewohner der Wohnsiedlung, die darunter leiden müssen. Auch das Altenheim in etwa 50-100 Meter Luftlinie wird von der Belästigung nicht verschont.
Die Anwohner haben es sich eine gewisse Zeit mit angesehen, ehe sich sich an die Gemeinde und an die Polizei wandten.
Das Ergebnis? Es liegt kein Verstoß vor und deswegen schreite man auch nicht ein.
Man kann sich an zwei Fingern abzählen, dass das vollkommener Unsinn ist. Offenbar ist die unrechtmäßige Nutzung des Geländes ja unerwünscht. Sonst könnte der Kraftfahrer seinen LKW ja dort mal für ein paar Stunden abstellen.
Und ganz offensichtlich findet dort ja regelmäßig eine Lärmbelästigung, Umweltverschmutzung, Belästigung der Allgemeinheit („Wildpinkeln“) und in der Nacht wohl auch noch eine Gefährdung im öffentlichen Straßenverkehr statt.
Es wird aber abgelehnt, irgendwie tätig zu werden. Und machen wir uns nichts vor, es ist schlichtweg die Angst, die Gemeinde und Polizei davon abhält, zumindest einen Platzverweis auszusprechen.
Die 20-30 Personen könnten ja mit den Fäusten antworten. Und wenn man vorsichtshalber mit einem größeren Polizeiaufgebot anrückt, würde man eventuell schlechte Presse riskieren.
Also versucht man es typisch deutscher Art und Weise: Kopf einziehen und Schnauze halten, es wird schon von alleine weggehen.

Im Endeffekt behandelt man die Bürger also wie den Hund oder das Kind aus obigen Beispielen. Das ist nicht nur unfair, sondern schürt auch den Hass. Und dann wundert man sich, wenn der mal irgendwann überkocht und eskaliert?