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"Ein Umtausch bitte…."

An der Kasse in einer Filiale einer großen Drogeriekette. Nennen wir das Geschäft einfach BossMann.
Eine Frau hat einen Mascara gekauft, verträgt ihn nicht und will ihn umtauschen. Einen Kassenbon hat sie natürlich nicht mehr.
Und tatsächlich: kein Problem, die Kundin soll sich einfach für ihre 10.95 Euro neue Ware aussuchen.

Geht es im Einzelhandel nicht manchmal ein bisschen weit mit der Umtauscherei?
Wo sind denn da die Grenzen?

Kann man im Supermarkt ein Fertiggericht umtauschen, weil man Sodbrennen davon bekommen hat?
Oder in der Apotheke die Kondome, weil man nicht gekommen ist?

Auf der anderen Seite auch eine tolle Geschichte für Ladendiebe:
1. kleines Teil klauen
2. am anderen Tag noch einmal rein, umtauschen und mehrere größere Teile mitnehmen – kostenlos natürlich.

Der normale Verstand sagt, dass es ohne Bon auch keinen Umtausch gibt. Und schon gar nicht aus so einem fadenscheinigen Grund. Der Einzelhändler macht es aber. Aus Kulanz. Man will den Kunden ja nicht verärgern.
Und von den Kunden wird das natürlich gnadenlos ausgenutzt.

Gut finden muss man das aber nicht….

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Freie Marktwirtschaft?

Als ich bei Google nach einer Klinik, die ich hier gar nicht weiter benennen will, suchte, fiel mir auch die Rezension eines Patienten auf.
Der schrieb sinngemäß: „Ich habe die Klinik nach 5 Stunden Wartezeit ohne Behandlung verlassen. Wären die in der freien Marktwirtschaft, könnten die mit so einer Leistung nach zwei Wochen schließen.“

Also erst einmal muss er dann wohl in der Ambulanz dieser Klinik gewesen sein. Die ist nämlich völlig überlaufen und die Ärzte kam mir tatsächlich auch nicht übermäßig kompetent vor.
Aber hier haben wir ja schon den ersten Faktor: trotzdem die Ambulanz überlaufen ist, sitzen dort Patienten über mehrere Stunden. Dabei könnten sie auch woanders hinfahren. Aber wahrscheinlich ist es vor allem die eigentliche „Station“ mit der Chefärztin, die hier den Ausschlag gibt, die Ambulanz zu überstehen.

Dorthin kommt man nämlich dann, wenn man wirklich Hilfe benötigt. Und dort erwartet den Patienten auch eine hohe Wartezeit, aber eben auch eine Behandlung, die deutschlandweit ziemlich begehrt sein muss.
Patienten aus Berlin, Aachen, Köln…Immer wieder begegneten einem Menschen aus den weit entferntesten Winkeln Deutschland. Und einige von denen haben selbst eine Fachklinik mit guten Ruf in ihrer Nähe, mit ähnlich langen Wartelisten für Operationen.

Freie Marktwirtschaft? Das würde bedeuten, dass man die Preise für die angebotene Leistung frei gestalten könnte. Und dann würde sich wahrscheinlich der Schreiber der Beschwerde wünschen, er könnte die hohe Rechnung gegen eine 5stündige Wartezeit eintauschen. Freie Marktwirtschaft bedeutet nämlich auch, dass der Preis von Angebot und Nachfrage bestimmt wird.
Aber wer denkt denn schon über so etwas nach, wenn man einfach mal schnell am Smartphone auf dicke Hose machen kann!?

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